Einlagefazilität

Satz der Einlagefazilität, Banken parken über Nacht Geld bei der EZB zum Einlagesatz

 

Einlagefazilität Zinssatz

Begriff & Definition zu Einlagefazilität (deposit facility): Der Zinssatz, zu dem akkreditierte Banken Geld übernacht bei der EZB parken können.

Der Preis, den die EZB dafür zahlt, ist der Einlagefazilität Zinssatz. Der gegenteilige Vorgang stellt die Spitzenrefinanzierung dar.

Die Einlagefazilität ist auch ein wichtiges Instrument zur Steuerung der Geldpolitik der EZB, da sie über diesen Zinssatz die Zinspolitik der Banken und auch die Kreditvergabe etc. in gewissem Maß beeinflussen kann.

 

Der aktuelle Einlagefazilität Zinssatz beträgt -0,40%.

Die EZB hat den Zinssatz bei der Leitzinssenkung am 10.03.2016 mit Wirkung zum 16.03.2016 um 0,10% gesenkt.

 

Overnight-Money, wie eine solche Transaktion im Englischen bezeichnet wird, abgewickelt über die jeweilige Zentralbank, stellt eine Form der Geldpolitik dar (siehe auch Leitzinsen). Besonders in den letzten Jahren hat der von den Geschäftsbanken bei der EZB geparkten Geldmenge stark zugenommen (hier finden Sie Infos über die Geldmenge M2). Dies hat mit der EU-Währungskrise zu tun.

Üblicherweise leihen sich die Banken im Interbankenhandel auch über Nacht, je nach Bedarf Geld untereinander. Mit wechselnder Intensität verleihen die Banken inzwischen ungern Geld an andere Banken, da sich die Branche gegenseitig misstraut. Lieber wird das Geld bei der sicheren EZB über Nacht geparkt, auch wenn das keine Zinsen einbringt. Dafür besteht kein Verlustrisiko, wie es wohl beim Verleihen an andere Banken für möglich erachtet wird.

2012 überschritt die Übernachtanlage erstmals die 400 Milliarden Grenze.

 

 

Einlagefazilität News

16.03.2016 Auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 10.03.2016 hat die EZB den Zinssatz von bisher -0,30% auf nun -0,40% gesenkt. Mario Draghi erläutert die Entscheidung im Video.

03.12.2015 Die EZB hat heute den Zinssatz für die Einlagefazilität von bisher -0,20% auf -0,30% gesenkt. Für Banken wird damit das nächtliche Geldparken teurer.

04.09.2014 Mario Draghi verkündet die Senkung der Einlagefazilität um 0,10% auf -0,20% mit Wirkung zum 10.09.2014

05.06.2014 Die EZB hat auf ihrer heutigen Ratssitzung den Zinssatz für die Einlagenfazilität von bisher 0,00% auf -0,10% gesenkt. Der neue Zinssatz ist ab dem 11.06.2014 gültig und erstmals negativ. Damit müssen Banken für das Parken von Geld bei der EZB Zinsen an die Notenbank bezahlen. Die EZB will durch diesen Strafzins die Banken zwingen, anstelle des Geldparkens bei der Notenbank, dieses Geld schneller und leichter als bisher als Kredite an die Unternehmen weiter zugeben.

Auswirkungen: die Banken werden vermutlich die Zinssenkung an Ihre Kunden weitergeben: damit profitieren Kreditnehmer durch niedrige Kreditzinsen und Sparer bekommen den schwarzen Peter weil sie den Preis für die Geldpolitik der Notenbank mit niedrigeren Tagesgeld Zinsen zahlen müssen.