Die Einkommensteuer

Die Einkommensteuererklärung ausfüllen Grundsätzlich ist jede in Deutschland lebende Person, die in der Bundesrepublik ein Einkommen erzielt, einkommensteuerpflichtig. Für Steuerinländer gilt außerdem eine Steuerpflicht für sogenannte Welteinkommen. Ausnahmen bestehen bei Steuerausländern, die in ihrem Herkunftsland besteuert werden. Dazu zählen in erster Linie in Deutschland stationierte Angehörige ausländischer Streitkräfte oder Ausländer, die bei exteritorialen Arbeitgebern beschäftigt sind. Einen Sonderstatus, abweichend von der Besteuerungsgrundlage, genießen auch in Deutschland beschäftigte Mitarbeiter der Europäischen Union oder deren Organisationen, beispielsweise der EZB. Die Einkommensteuerpflicht beginnt mit der Geburt. Die Einmommensteuer Formulare können beim Bundesministerium der Finanzen hier downgeladen werden.

 

Steuerpflicht besteht ab Einkünften von 8.354 Euro (2014)

Steuerpflichtig sind alle Einkünfte, welche den Freibetrag in Höhe von 8.354 Euro im Jahr (Stand 2014) nicht übersteigen. Der Veranlagungszeitraum für die Einkommensteuer ist grundsätzlich das Kalenderjahr. Bei der Einkommensteuer handelt es sich um eine direkte Steuer, welche auf das Einkommen einer natürlichen Person erhoben wird. Steuerzahler und Steuerschuldner sind identisch. Die Grundlage für die Besteuerung bildet das Einkommensteuergesetz (EStG), welches in seiner Ursprungsform aus dem Jahr 1934 datiert und im Jahr 1955 durch die Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) ergänzt wurde.

 

Anspruch der öffentlichen Hand

Grundsätzlich profitieren alle Organe der öffentlichen Hand von der Einkommensteuer. Die Regelung dazu findet sich in Artikel 105, Abs. 3 und 5 Grundgesetz. Die Aufteilung erfolgt gemäß dem Zerlegungsgesetz.

  • Die Kommunen erhalten 15 Prozent des Steueraufkommens
  • Bund und Länder erhalten je 42,5 Prozent (Art. 107, Abs. 1 GG)

Die Steuer selbst wird von dem Finanzamt erhoben, in dessen Zuständigkeitsbereich der Steuerpflichtige seinen Wohnort hat.

 

Grundlage der Besteuerung

Die Einkommensteuer wird aus dem Einkommen des Steuerpflichtigen ermittelt. Neben dem Erwerbseinkommen zählen dazu unter anderem Kapitaleinkünfte, Mieterträge oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Insgesamt unterscheidet das deutsche Steuerrecht zwischen sieben Einkunftsarten. Die Differenzierung basiert auf dem Umstand, dass den Bruttoerträgen zahlreiche, einkunftsspezifische Kosten gegenüberstehen, die wiederum von den Einkünften abgezogen werden können. Diese als Werbungskosten bekannten Aufwendungen unterscheiden sich beispielsweise bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Bei der Zuordnung des Einkommens muss nach der Einkunftsart unterschieden werden. Ein Ertrag aus selbstständiger Tätigkeit kann nur als solcher angeführt werden, wenn die selbstständige Tätigkeit keine Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft bedingt. Als zu versteuerndes Einkommen gilt die Summe aller Einkunftsarten, bereinigt um die abzugsfähigen Aufwendungen. Die Besteuerung selbst erfolgt im Rahmen der Steuerprogression.

 

Die Steuerprogression

Auswirkungen der SteuerprogressionIm Gegensatz zu einem festen Steuersatz, einem rein progressiven Verfahren oder einer linear ansteigenden Besteuerung erfolgt die Besteuerung in Deutschland nach dem linear-progressiven Verfahren und dem proportionalen Verfahren. Dieses sieht insgesamt fünf Stufen vor. Die Abbildung 1 zeigt den Grenzsteuersatz (rot) und den Durchschnittssteuersatz (schwarz. Der Grenzsteuersatz variiert zwar zwischen 14% und bei 42%, doch der Durchschnittssteuersatz ist immer geringer. Quelle: Bundesfinanzministerium

  • Die erste Stufe reicht bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 8.354 Euro und sieht keine Besteuerung vor.
  • In der zweiten Stufe werden Einkommen in der Bandbreite zwischen 8.355 und 13.469 Euro. In dieser Bandbreite steigt der Grenzsteuersatz recht steil von 14 Prozent bei 8.355 Euro auf 23,97 Prozent bei 13.469 Euro.
  • Die dritte Stufe gilt für Einkommen von 13.470 Euro bis 52.881 Euro. Die Progressionskurve verläuft hier etwas flacher und beginnt bei 23,97 Prozent und reicht bis 42 Prozent. Dabei handelt es sich immer um den Spitzensteuersatz für die letzte Stufe gemäß Einkommensteuertarifes des zu versteuernden Einkommens. Der Durchschnittssteuersatz für ein zu versteuerndes Einkommen von 52.881 beträgt rund 26,5 Prozent.
  • In der vierten Stufe greift die proportionale Veranlagung. Zu versteuernde Einkommen in einer Größenordnung zwischen 52.882 Euro und 250.730 Euro werden durchgängig mit einem Spitzensteuersatz von 42 Prozent besteuert.
  • Für Einkommen ab 250.731 Euro gilt ein Spitzensteuersatz von 45 Prozent

 

 

Die Steuererklärung

Wer über Einkünfte verfügt, ist nicht grundsätzlich gehalten, eine Steuererklärung abzugeben. Eine Verpflichtung liegt vor, wenn

  • Monatliche Einkünfte über 410 Euro erwirtschaftet werden
  • Eine Steuerkarte für die Steuerklasse VI besteht.
  • Die berechnete Vorsorgepauschale den tatsächlichen Anspruch auf Vorsorgeaufwendungen übersteigt.
  • Beide Ehegatten ein Einkommen hatten und für die Steuerklassen-Kombinationen III/V oder IV /IV ein Faktor berücksichtigt wurde.
  • Freibeträge ausgeschöpft wurden.
  • Wenn bei getrennter Veranlagung der Ehegatten keine standardmäßige Aufteilung von Freibeträgen erfolgte.
  • Sonderzahlungen vorgelegen haben.
  • Bei Scheidung oder Tod eines Ehepartners und der andere im selben Jahr wieder heiratet.
  • Die Steuerkarte einen im EU-Ausland lebenden Ehepartner berücksichtigt.
  • Einkünfte oberhalb des Freibetrages vorliegen, die nicht aus einer Berufstätigkeit resultieren.
  • Ein Verlustvortrag vorliegt

 

Standardmäßig muss die Einkommensteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres dem Finanzamt vorliegen. Auf Antrag kann jedoch eine Fristverlängerung vereinbart werden. Neben dem Mantelbogen muss der Steuerpflichtige auch die jeweilige Anlage zur Einkunftsart ausfüllen. Darüber hinaus existieren noch zahlreiche weitere Anlagen, welche zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens ausgefüllt werden müssen, beispielsweise die Anlage Kind, sofern vom Steuerpflichtigen Aufwendungen für Kinder erbracht werden, oder die Anlage AV für Riester-Sparer. Bei den  Anlagen handelt es sich um (Auswahl, nicht vollständig):

Anlage Vorsorgeaufwand
Anlage AUS
Anlage AV
Anlage AVEÜR
Anlage EÜR
Anlage Forstwirtschaft
Anlage FW
Anlage G
Anlage 7g Ansparabschreibungen
Anlage KAP
Anlage Kind
Anlage L
Anlage N
Anlage R
Anlage S
Anlage SO
Anlage U
Anlage Unterhalt
Anlage V
Anlage VL

 

Der Einkommensteuerbescheid

Der Einkommensteuerbescheid ist die rechtskräftige Mitteilung des Finanzamtes über die Höhe des ermittelten zu versteuernden Einkommens sowie die festgesetzte Einkommensteuer. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es durchaus sinnvoll ist, die Angaben des Finanzamtes zu überprüfen und gegebenenfalls Einspruch einzulegen. Dieser Einspruch muss innerhalb von vier Wochen erfolgen. Die Einkommensteuer basiert auf den Jahreseinkünften, wird aber erst nach Ablauf des Jahres festgesetzt. Arbeitnehmer leisten im Grunde bereits eine Einkommensteuervorauszahlung auf die Einkünfte aus nicht selbstständiger Tätigkeit, da sie jeden Monat Lohnsteuer abführen. Für alle anderen Einkunftsarten kann das Finanzamt eine Einkommensteuervorauszahlung festsetzen. Vorauszahlungen werden nur festgesetzt, wenn diese im Jahr mindestens 400 Euro betragen.

Fälligkeitszeitpunkte der Einkommensteuervorauszahlung

Darüber hinaus müssen sie mindestens 100 Euro zu den vier Fälligkeitszeitpunkten, dem 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember eines Jahres ausmachen. Die vom Finanzamt festgesetzte Einkommensteuervorauszahlung kann geändert werden, wenn sich die Höhe des zu versteuernden Einkommens im nachfolgenden Kalenderjahr ebenfalls verändert hat.

Die Einkommensteuer ist Pflicht

Einkommensteuer PflichtAn der Steuerpflicht führt kein Weg vorbei. Auf der anderen Seite räumt der Gesetzgeber zahlreiche Optionen ein, das zu versteuernde Einkommen durch steuerlich abzugsfähige Beträge zu senken. Es macht für Steuerzahler beim Ausfüllen der Steuererklärung schon einmal Sinn, genauer darüber nachzudenken, welche Ausgaben im abgelaufenen Jahr vorgelegen haben und ob diese eventuell in der Steuererklärung erfasst werden können. Dazu zählen beispielsweise Aufwendungen für die berufliche Ausbildung mit allen damit in Zusammenhang stehende Kosten oder das Sammeln von Apothekenrechnungen. Wer eine Altersvorsorge plant, sollte dabei berücksichtigen, ob es sich lohnt, ein Modell nach Schicht II zu wählen, sprich steuerlich gefördert, oder doch lieber Schicht III, ohne Berücksichtigung bei der Steuer.

 

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