Der Verlust der Kaufkraft erfolgt oft unbemerkt

Der Kaufkraftverlust ist oft schleichend

Was haben Kaufkraftverlust und Vermögenspreisiniflation gemeinsam?

Mit der Inflationsrate verhält es sich ähnlich wie mit dem DAX 30. Während sie im Mai 2013 mit nur 1,5 Prozent zu Buche schlägt, kommt es jedoch auf die Detailbetrachtung an. Der Dax hatte zu diesem Zeitpunkt ein Allzeithoch – betrachtet man die Einzelwerte, kommt zutage, dass die Commerzbank als Bestandteil dieses Index im Grunde am Boden war. Der Warenkorb, welcher der Ermittlung der Inflationsrate zugrunde liegt, umfasst viele Produkte. Eine Größe von 1,5 Prozent klingt verlockend, wenn, ja wenn da nicht die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln bei 5,3 Prozent gelegen hätte.

 

Preiswerte Waschmaschinen und ein Preisverfall bei Laptops wiegen leider den täglichen Gang zum Lebensmittelhändler mit subtil steigenden Preisen im Centbereich nicht auf – und dieses Warenkorbsegment ist es, welches die Bürger immer wieder an der Gesamtzahl des Statistischen Bundesamtes zweifeln lässt. Die gefühlte, aber durch Nahrungsmittel durchaus reale Inflation, liegt in der Regel über den offiziellen Publikationen.

 

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Die Vermögenspreisinflation hat zwei Seiten

Sparer können, gerade in Zeiten niedriger Zinsen, ein Lied davon singen, wie ihr Geld, trotz aller Disziplin, immer weniger wird. Ein Zinssatz, welcher unterhalb der Inflationsrate angesiedelt ist, ermöglicht keinen Vermögensaufbau, noch nicht einmal ein Halten der Werte. Das Ersparte verliert kontinuierlich an Wert. Die Folge ist häufig eine Flucht in die Sachwerte, wie sie von Anlageberatern so schön betitelt wird. Aktien, Gold und Immobilien gelten in den Augen der breiten Masse als inflationsresistent. Die Vergangenheit belegte jedoch, dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss.

Das Schlüsselwort heißt Vermögenspreisinflation. Bleiben wir einmal bei dem Beispiel der Aktien. Steigende Kurse sind der Traum aller Anleger. Kontinuierlich steigende Kurse bescheren einen kontinuierlichen Vermögenszuwachs. Kontinuierlich steigende, und ab einem bestimmten Level überdurchschnittlich steigende Kurse führen zu einer Spekulationsblase. Bestes Beispiel dafür ist das Platzen der Dotcomblase am 15. 3. 2000. Wer Ende des Jahres 1999 nicht zweistellige Erträge am Tag mit seinen Aktien eingefahren hatte, galt als Verlierer. Wer im April 2000 weniger als 80 Prozent Verlust im Depot hatte, als Glückspilz.

Ein überdimensionaler Anstieg der Preise für Sachwerte innerhalb kürzester Zeit hat den gleichen Effekt, wie ein Kaufkraftverlust bei Geldwerten.

Die Waren sind überzahlt und am Ende des Tages findet sich keine weitere Preisbildung mehr, der finanzielle Gegenwert bricht weg. Zinsen im Einlagensegment, welche unterhalb der Inflationsrate liegen, mögen ein Grund dafür sein, in Sachwerte zu investieren. Dieses Investment sollte jedoch bei langfristig steigenden Preisen aufmerksam verfolgt werden, um einem Wertverlust durch eine Vermögenspreisinflation, dem Platzen der Blase, entgegenzuwirken. Das Frühjahr 2013 hat gezeigt, dass auch Gold nicht die alleine selig machende Antwort auf den Kaufkraftverlust ist. Erste Stimmen befürchten einen Crash am Goldmarkt, der sich wiederum erneut als Sprengsatz für die internationalen Finanzmärkte erweisen könnte.

 

 Literatur

Kimmel C., 2008: Vermögenspreisinflation als wirtschaftspolitische Herausforderung

 

 

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