Die Dexia in Frankreich, Italien, Spanien, Kanada…….

Bei der Dexia SA handelt es sich um eine Bank, die sich auf die Darlehensvergabe an Kommunen und an die öffentliche Hand spezialisiert hat. Der Geschäftssitz des Kreditinstitutes liegt in Brüssel. Die Bank firmiert in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, auf Französisch Société anonyme (SA). Bei den beiden Hauptaktionären handelt es sich um den belgischen Staat sowie um den französischen Staat.

In Deutschland ist die Bank mit einer Tochter, der Dexia Kommunalbank Deutschland AG in Berlin vertreten. Die Dexia bietet kein Girokonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto für Privatpersonen oder institutionelle Anleger an, stattdessen liegt der Geschäftsbereich auf Kommunalfinanzierungen.


 

Die Geschichte der Dexia SA

Die Bank wurde im Jahr 1996 gegründet, der Börsengang erfolgte am 2. Januar 1997. Es handelte sich bei der Gründung um die Fusion der 1860 gegründeten Crédit Communale de Belgique und der 1987 gegründeten Crédit Local des France. Von 2002 bis 2006 baute das Kreditinstitut an seinem Hauptsitz im belgischen Brüssel den Dexia Tower als neuen Geschäftssitz. Der Turm ist 145 Meter hoch und verfügt über 38 Büroetagen. Im Zuge der weltweiten Finanzkrise musste auch die Dexia SA massive finanzielle Verluste hinnehmen und verlor in diesem Zusammenhang auch den Dexia Tower, der heute unter dem Namen Rogier Tower bekannt ist. Außerdem erfolgte die Zerschlagung der Bank.

 

Dexia SA und die internationale Finanzkrise

Das belgisch-französische Bankhaus Dexia wurde sehr stark von der weltweiten Finanzkrise getroffen. Anfang Oktober 2008 erhielt die Bank von den Ländern Frankreich und Belgien jeweils drei Milliarden Euro als Staatshilfen und auch Luxemburg beteiligte sich mit weiteren 376 Millionen Euro. Das Kreditinstitut war vor allem wegen der Vergabe langfristiger Darlehen an Kommunen zu günstigen Zinssätzen in Schwierigkeiten geraten. Die Refinanzierung dieser Kommunaldarlehen erfolgte über den Interbanken-Geldmarkt, der aufgrund der Insolvenz des amerikanischen Bankhauses Lehman Brothers Inc. weitestgehend zusammengebrochen war. Dadurch geriet die Dexia SA in so große finanzielle Schwierigkeiten, dass neben den Staatshilfen zusätzlich die Länder Belgien, Frankreich und Luxemburg Staatsgarantien bis zum 31. Oktober 2010 abgaben, auf die das Kreditinstitut jedoch zum 30. Juni 2010 vorzeitig verzichtete. Damit waren die Schwierigkeiten der Bank aber nicht beendet, da im Jahr 2011 massive Verluste aus griechischen Staatsanleihen sowie aus griechischen Privatanleihen hingenommen werden mussten. Wegen dieser Verluste entschied das Finanzinstitut am 10. Oktober 2011, sich aufzuspalten. Im Zuge dieser Aufspaltung erfolgten die nachfolgenden Übernahmen:

Dexia Banque Belgique

Übernahme durch den belgischen Staat und Änderung des Namens in Belfius Banque & Assurances

 

Dexia-BIL (Banque International à Luxembourg)

90 % der Anteile wurden von der Investmentgruppe Precision Capital des Emirats Katar übernommen
10 % der Anteile wurden von dem luxemburgischen Staat übernommen

Dexia MA (Municipal Agency)

75 % der Kommunalfinanzierungen Frankreichs wurden vom französischen Staat übernommen, das Institut firmiert seither als Caisse Francaise de Financement Local
20 % der Anteile wurden von der französischen Staatsbank Caisse des Dépôts et Consignations (CDC) übernommen
20 % der Anteile wurden von der französischen Postbank übernommen

 

DenizBank, Istanbul

Übernahme der DenizBank als Tochterbank der Dexia SA durch die russische Sberbank

Auch andere Bereiche der Bank, wie zum Beispiel die Dexia Asset Management, die Tochtergesellschaft RBC Dexia in London oder der im Jahr 2000 übernommene amerikanische Versicherungskonzern Financial Security Assurance Inc. (FSA) mussten verkauft werden. Von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Dexia SA blieb auch die deutsche Tochter Dexia Kommunalbank Deutschland AG nicht verschont.

 

Dexia Kommunalbank Deutschland AG

Die Dexia Kommunalbank Deutschland AG ist nur mit einer Geschäftsstelle in Berlin vertreten. Die deutsche Tochtergesellschaft wurde am 26. Februar 1991 unter dem Namen Hypothekenbank in Berlin AG gegründet. Die Kreditvergabe an öffentlich-rechtliche Kreditinstitute und an öffentliche Haushalte bildete den Schwerpunkt der geschäftlichen Aktivitäten.

Auch Immobilienfinanzierungen gehörten zu den Geschäftsbereichen der Bank. Im Jahr 1995 erfolgte die 50,5%ige Beteiligung der Crédit Local de France (CLF) sowie die Umfirmierung in CLF Hypothekenbank Berlin AG. Im Jahr 1997 erfolgte eine erneute Umbenennung in Dexia Hypothekenbank Berlin AG, nachdem die CLF sich dem Bankkonzern Dexia SA angeschlossen hatte. Schon seit Anfang 1998 betrieb die Bank ausschließlich das Kommunalfinanzierungsgeschäft, nachdem die Aktionärsversammlung im Dezember 1997 die Einstellung der Neugeschäfte im Hypothekenbereich beschlossen hatte. Wegen der Neuausrichtung der geschäftlichen Aktivitäten erfolgte Anfang 2006 die Umbenennung in den heutigen Namen Dexia Kommunalbank Deutschland AG. Da auch die deutsche Tochtergesellschaft von den finanziellen Problemen der Dexia SA betroffen ist, konzentriert sich die Dexia Kommunalbank Deutschland AG seit dem 1. Juli 2009 auf den deutschen Sekundärmarkt der Kommunalfinanzierungen sowie auf deckungsstockfähige  internationale Finanzierungen verschiedener Staaten. Dieser Geschäftsbereich wird in Kooperation mit der Dexia-Gruppe ausgeführt.

 

 

 

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