Deutsche Goldreserven vor der Rückholung

Bundesbank Goldbestände bis 2020 wieder zu 50% in Deutschland

Deutsches Gold kommt auch aus währungspolitischen Gründen zurück, neues Lagerstättenkonzept

Die Bundesbank holt ihr Gold zurück

Der Bundesrechnungshof hat 2012 die Debatte um die Lagerung von Gold der Bundesbank im Ausland angestoßen. Offenbar beugt sich jetzt die Bundesbank dem öffentlichen und politischen Druck und wird einen Teil des Goldschatzes nach Deutschland zurückholen.

Dabei sollen in den nächsten 7 Jahren, die Deadline ist 2020, insgesamt 674 Tonnen des gelben Edelmetalls in die Tresore der Bundesbank zurückkehren.

Der deutsche Goldbestand geht auf die Zeit der Deckung der DM mit Gold zurück. Später stellte der Bestand quasi eine Währungsreserve und dann eine Geldanlage in Gold des Bundes dar.

Interessant sind die Hintergründe für die geplante Rückholung des Goldes, denn die Verlagerung zurück nach Deutschland geschieht aus vertrauensbildenden und aus währungspolitischen Gründen. Die Bundesbank hat dazu ein neues Lagerstättenkonzept und einen Zeitplan für dessen Umsetzung erarbeitet.

 

 

Die Gründe für die Rückholung eines Teils der Goldreserven

Die Tabelle gibt Auskunft über den aktuellen Bestand und den Zeitplan der Rückholung.

 

Aktuelle und geplante Aufteilung des Goldbestandes der Bundesbank nach Lagerorten

31.12.2012 31.12.2020
Frankfurt am Main 31% 50%
New York 45% 37%
London 13% 13%
Paris 11% 0%

Quelle: Bundesbank Pressemitteilung

 

Der beabsichtigte Gold Abzug aus New York in Höhe 300 Tonnen erfolgt wahrscheinlich um das Risiko zu diversifizieren und um dem Druck der Öffentlichkeit nachzukommen, der überwiegende Teil des deutschen Goldes sollte zuhause gelagert werden. Denn es bestanden zum Schluss sogar in Fachkreisen Bedenken, ob das deutsche Gold überhaupt noch vollständige im Ausland vorhanden ist.

Am Standort New York lagern aktuell 45% aller deutschen Goldreserven. Durch den Abzug von 300 Tonnen wird dieser Anteil auf 37% reduziert.

Strategische währungspolitische Überlegungen waren ein wesentlicher Grund für die Lagerung von Gold der Bundesbank im Ausland (hier finden Sie Informationen zu Währungskonten).

Gold wurde u.a. auch deshalb außerhalb von Deutschland gelagert, um im Fall einer großen Finanzkrise dieses externe Gold in Fremdwährungen tauschen zu können. Das alles spielte sich noch zu Zeiten der DM als deutsche Währung ab.

Als deutsches Gold in Paris eingelagert wurde, gab es noch den Franc. Deutsches Gold in Paris hätte im Notfall in Franc und solches in New York in Dollar getauscht werden können. Da Frankreich inzwischen auch den Euro als Währung hat, ist der Standort in Paris für das Gold obsolet geworden.