Definition und Besteuerung von inländischen thesaurierenden Fonds

Definition von thesaurierenden Fonds im InlandAnleger, die sich dafür entschieden haben, in Investmentfonds zu investieren, stehen nicht nur vor der Frage, in welchem Marktsegment sie investieren wollen. Neben Branchenfonds finden sich auch regional ausgerichtete Fonds oder solche, die in keiner Weise differenzieren. Dies gilt nicht nur für Aktienfonds, sondern auch für solche mit festverzinslichen Papieren und Mischfonds. Und es gibt thesaurierende und ausschüttende Fonds.

Definition: Was ist ein thesaurierender Fonds?

Eine weitere Überlegung bei der Fondsauswahl ist auch, ob die Fonds die Dividenden und Zinsen der einzelnen Wertpapiere über das Jahr ansammeln und zum Ausschüttungstermin an die Fondsbesitzer auszahlen sollen oder direkt wieder anlegen, sprich thesaurieren. Es besteht ein begrifflicher Unterschied, wenn auch im täglichen Sprachgebrauch flexibel angewandt, zur Wiederanlage und zur Thesaurierung. Bei der Wiederanlage werden die Erträge erst dem Kundenkonto gutgeschrieben, und dann wieder investiert.

 

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Vorteile von thesaurierenden Fonds

Bei der Thesaurierung erfolgt das Investment direkt. Für den Anleger bieten thesaurierende Fonds durchaus einen Vorteil: Erhält der Anleger einmal jährlich die Ausschüttung des Fondsanteils auf sein Konto ausgezahlt und investiert die Ausschüttung wieder in diesen Fonds, kann die Bank erneut das Agio berechnen. Bei Aktienfonds macht dies in der Regel zwischen vier und sechs Prozent aus, eine Summe, die schon zulasten der Rendite geht. Im Rahmen der Thesaurierung jedoch werden direkt neue Fondsanteile erworben, das Agio entfällt. Aus diesem Grund empfehlen sich thesaurierende Fonds besonders für Sparpläne.

 

Achtung beim Fondskauf die thesaurierende nicht mit der ausschüttenden Variante verwechseln

Der Ausschüttungs- oder Thesaurierungsbetrag setzt sich aus den Erträgen der Wertpapiere, in die investiert wurde, sowie möglichen Veräußerungsgewinnen zusammen, wird dann aber um die Verwaltungsgebühren und natürlich im Fall von Verlusten bei einem Wertpapierverkauf um diese bereinigt. Viele Fonds werden in beiden Varianten angeboten, ausschüttend und thesaurierend. Anleger müssen beim Kaufauftrag daher darauf achten, dass sie die korrekte WKN-Nummer oder ISIS-Nummer angeben, um eine Verwechslung zu vermeiden. Das „DE“ zu Beginn der ISIN-Nummer weist auf einen deutschen Fonds hin, dies ist wichtig zur Unterscheidung von ausländischen thesaurierenden Fonds, die steuerlich anders als Inländische behandelt werden. Die Thesaurierung bewirkt, dass der Fondsanteil gegenüber dem ausschüttenden Schwesterfonds einen höheren Inventarwert besitzt. Die Thesaurierung bewirkt im Grunde den gleichen Effekt wie der Zinseszinseffekt bei einer Sparanlage. Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen greifen ausschließlich auf thesaurierende Fonds zurück.

 

Ausschüttungsgleiche Erträge & Steuern bei Privatanleger

Steuerlich besteht zwischen inländischen thesaurierenden Fonds und ausschüttenden Fonds für Anleger kein Unterschied. Der wieder angelegte Betrag wird steuerrechtlich als ausschüttungsgleicher Ertrag gesehen und so behandelt, als sei eine Ausschüttung erfolgt. Damit entsteht eine Steuerpflicht mit Entstehen der Ausschüttung vor der Thesaurierung. Die thesaurierten Beträge sind bereits um die Abgeltungssteuer bereinigt. Diese wird von der Fondsgesellschaft abgeführt. Alle anderen Erträge, die nicht unter den Oberbegriff der ausschüttungsgleichen Erträge fallen, werden, gemeinsam mit den Kursgewinnen, erst mit Veräußerung der Fondsanteile um 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, bereinigt.

 

Besteuerung von thesaurierenden Fonds im Betriebsvermögen

Anders verhält es sich, wenn die Fondsanteile zum Firmenvermögen gehören. Befinden sich die Fondsanteile jedoch im Besitz eines Selbstständigen im Rahmen des Firmenvermögens, und dienen beispielsweise der Bildung von Rückstellungen, müssen die thesaurierten Erträge mit der Einkommenssteuer und, bei Gewerbetreibenden, gegebenenfalls mit Gewerbesteuer versteuert werden. Bei Kapitalgesellschaften fällt Körperschaftssteuer an.

Auch bei thesaurierenden Fonds spielt der Freistellungsauftrag eine Rolle. Bestehen sonst keine Kapitalanlagen und der Freistellungsauftrag liegt vor, werden bei Alleinstehenden pro Jahr 801 Euro, bei Verheirateten 1.602 Euro des thesaurierenden Betrages ohne Steuerabzug wieder angelegt. Eine andere Alternative ist der bei den Instituten intern geführter Steuerverlusttopf eines jeden Anlegers. Handelt es sich bei dem thesaurierenden Fonds um einen Aktienfonds und auf der anderen Seite wurden durch einen Verkauf von Aktien oder Aktienfondsanteilen Verluste realisiert, wird der zu thesaurierende Betrag bis zur Höhe der vorhandenen Verluste ohne steuerliche Abzüge ausbezahlt.

Von Seiten der Politik gibt es Bestrebungen, die Besteuerung von thesaurierenden Fonds zu vereinfachen, so beispielsweise vom hessischen Finanzminister.

 

 

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