Optionsscheine

Erklärung von Optionsscheinen an BeispielenErklärung des Begriffs: Bei einem Optionsgeschäft vereinbaren zwei Parteien, dass der Verkäufer, der Stillhalter, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen unterlegten Basiswert zum im Vorfeld vertraglich vereinbarten Preis zu liefern hat.

Es liegt beim Käufer, ob er die Option ausübt oder nicht. Im Gegensatz zum Verkäufer hat er Wahlfreiheit. Für diese Freiheit zahlt er an den Verkäufer die Optionsprämie. Eine klassische Option stellt ein individuelles Geschäft zwischen zwei Parteien dar und ist nicht handelbar. Die Losgrößen bewegen sich dabei in einem Bereich, der für die meisten privaten Anleger nicht handelbar ist. Als Alternative dazu, und um das Optionsgeschäft einer größeren Zielgruppe zugänglich zu machen, entwickelten die Banken den sogenannten Optionsschein. Vorreiter war die Privatbank Trinkaus und Burghardt im Jahr 1989 mit einem gedeckten Optionsschein.

 

Optionsscheine setzen besonders intensive Beratung voraus

Optionsscheine zählen zur Gattung der Derivate mit dem Risiko auf Totalverluste. Für die Bank bedeutet dies, dass sie dem Kunden gegenüber eine besondere Aufklärungspflicht besitzt und diese Papiere nur Kunden empfehlen darf, die gemäß Wertpapierhandelsgesetz die notwendigen Kenntnisse nachweisen können. Andernfalls wäre der Tatbestand der Fehlberatung gegeben.

 

Vergleiche

 

zum online Depot Vergleich

 

 

 

 

Der Geschäftsgegenstand beim Optionsschein

Die Funktion des Stillhalters bei einem Optionsschein, der ein verbrieftes Recht an einer Option darstellt, liegt immer bei dem Emittenten des Optionsscheins. Der Optionsschein gibt dem Käufer das Recht, analog zu einer klassischen Option, einen bestimmten Basiswert zu einem vorher vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt im Rahmen eines bestimmten Bezugsverhältnisses vom Stillhalter, dem Emittenten des Optionsscheins, zu erwerben. Wie bei einer klassischen Option auch, werden Optionsscheine für Calloptionen und für Putoptionen ausgegeben. Als Basiswerte kommen in der Regel Devisen, Rohstoffe oder Aktien infrage. Es stellt sich natürlich die Überlegung, weshalb ein Anleger nicht die Aktie direkt kauft, sondern den Umweg über den Optionsschein wählt.

 

Funktionsweise eines Optionsscheins an einem Beispiel erklärt

Optionsscheine haben HebelwirkungAngenommen, eine Aktie hat einen Wert von 100, der Optionsschein dazu müsste niedriger notieren, damit sich der Trade rentiert. Die Kursentwicklung des Optionsscheins erfolgt aber in der Regel überproportional zur Kursentwicklung der Aktie. Der Kurs des Optionsscheins steigt jedoch, je näher der Verfallszeitpunkt rückt. Statt den Optionsschein für 90 Euro zu erwerben, kann es sein, dass der Kurs bereits bei 120 Euro notiert. Er zahlt also für den Optionsschein den vereinbarten Basiswert von 90 Euro, zuzüglich des Aufschlags von 30 Prozent auf die Aktie, also 130 Euro. Steigt der Aktienkurs auf 150 Euro, würde der Wert des Optionsscheins noch 60 Euro betragen. Dem Erlös von 150 Euro steht der Einkauf der Aktie gemäß Vereinbarung zum Kurs von 90 gegenüber. Statt eines Gewinns im Handel mit der Aktie selbst in Höhe von 50 Euro beträgt der Gewinn 60 Euro. Läge der Kurs der Aktie zum Verfallsdatum nur bei 80, würde sich die Ausübung der Option nicht rentieren.

Es ist diese Hebelwirkung, die in einem Optionsschein enthalten ist, welche zu überproportionalen Gewinnen, aber auch immensen Verlusten führen kann.

 

Wie ermitteln sich die Kennziffern eines Optionsscheins?

Der Hebel eines Optionsscheins gibt das Verhältnis wieder, in dem der Optionsschein die Kursveränderung des Basiswertes nachvollzieht. Der Hebel ermittelt sich aus der Relation Aktienkurs geteilt durch (Bezugsverhältnis x Optionsscheinkurs). Der innere Wert eines Optionsscheins, der letztendlich auch mitentscheidet, ob die Option ausgeübt wird oder nicht, ergibt sich aus der Differenz zwischen Aktienkurs und Bezugspreis. Je höher der innere Wert ausfällt, um so höher rentiert der Optionsschein. Die Chancen für den Trader liegen also darin, dass die Differenz immer weiter auseinanderläuft. Für den Stillhalter des Optionsscheins gibt es in dem Sinn nur einen theoretischen Verlust. Er hätte die Aktien zum Verfallszeitpunkt durchaus selbst verkaufen können. Einen echten Verlust kann nur der Käufer einer Option machen, da er auf jeden Fall eine Prämie an den Verkäufer bezahlen muss. Übt er die Option nicht aus, verfällt die Prämie.

Berechnung der Optionsprämie

Die Höhe der Prämie ermittelt sich nach folgender Formel:

(Optionsscheinkurs x Bezugsverhältnis + Bezugspreis – Aktienkurs) : Aktienkurs x 100.

 

Die Besteuerung der Gewinne

Theoretisch unterliegen auf dem Depotkonto gutgeschriebene Gewinne aus Trades mit Optionsscheinen der Abgeltungssteuer. Dies wird bislang so praktiziert, stößt aber aufgrund einer unsauberen Formulierung im Gesetz zunehmend auf Widerspruch. Selbst der Bundesfinanzhof hat Zweifel, ob die Besteuerung rechtens ist. Hintergrund ist der Paragraf 20, Abs. 2, Nr. 3 EStG: „Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören auch der Gewinn a) bei Termingeschäften, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert ­einer veränderlichen Bezugsgröße bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt; b) aus der Veräußerung eines als Termingeschäft ausgestalteten Finanzinstruments.“

So weit, so gut. Der einzige Haken dabei ist jedoch, dass der Optionsscheinhandel kein Termingeschäft, sondern ein Kassageschäft darstellt, welches durch eine sofortige Zug-um-Zug-Erfüllung definiert ist. Der Trader zahlt den Kaufpreis, erhält den Schein in das Depot gebucht und kann entscheiden, ob er die Option ausübt. Bei einem Termingeschäft wird jedoch zum Geschäftsabschluss ein Deal in der Zukunft vereinbart, das Geld fließt auch erst in der Zukunft. Die Chancen der Anleger auf eine Steuerfreiheit im Optionsscheinhandel stehen gut. Gleiches gilt übrigens auch für viele Zertifikate. Es scheint, als ob das EStG in der Fassung von 2009 den deutschen Steuerbürgern eine Steueroase im eigenen Land bescherte.

 

Vorsicht vor Abzocke

Der Optionsscheinhandel hat nichts mit dem Traden sogenannter binärer Optionen zu tun. Diese werden seit einigen Jahren von mehr oder weniger seriösen Brokern, in der Regel auf Zypern ansässig, beworben. Der Kunde gibt hier lediglich eine Prognose auf die Entwicklung des Kurses vom Kauf der Option bis zu deren Verfallszeitpunkt ab. Der Kurs selbst spielt keine Rolle. Mit Einsätzen zwischen einem und 25 Euro und Renditen von bis zu 95 Prozent in einer Zeitspanne zwischen 30 Sekunden und mehreren Wochen locken diese Broker mit dem schnellen Geld. Die Berichterstattung über manipulierte Kurse oder zeitverzögerte Einspielungen reißen nicht ab. Liegt der Trader mit seiner Prognose falsch, ist der gesamte Einsatz verloren.

 

Ähnliche Seiten

online Depot eröffnen Die besten Tipps zur Kontoeröffnung

Forex Handel Übersicht und Erklärung