Die Steuerfalle bei ausländischen thesaurierenden Fonds

Komplizierte Besteuerung von ausländsichen thesaurierenden FondsViele der in Deutschland erhältlichen Investmentfonds fallen unter ausländisches Recht. Praktisch alle der Kapitalanlagegesellschaften haben einen Sitz in Luxemburg, diese Fonds tragen im Namen die Bezeichnung SICAV. Hinsichtlich der Besteuerung können ausländische thesaurierende Fonds für deutsche Investoren zur Steuerfalle werden.

Achtung: zum 91.01.2018 werden ausländische thesaurierende Fonds anders als bisher besteuert. Wer einen solchen Fonds im Depot hat, hat zukünftig  weniger Verwaltungsaufwand, da die Banken Steuern direkt abziehen. Bitte informieren Sie sich direkt bei Ihrer depotführenden Bank über die Änderungen.

 

Auch wenn die Anteile in einem Depot einer hiesigen Bank gehalten werden, greift für Fonds aus dem Ausland eine abweichende steuerliche Regelung: Die Abführung der Abgeltungssteuer durch den Initiator entfällt. Für den deutschen Steuerzahler bedeutet dies aber keinesfalls, dass er die jährlich anfallenden thesaurierten Gutschriften nicht auch jährlich versteuern muss. Die Anlage KAP und Anlage AUS zur Einkommensteuererklärung sind nun nicht jedermanns Sache und viele Anleger scheuen davor zurück. Eine kleine Hilfestellung bietet dabei aber die Jahressteuererbescheinigung der depotführenden Bank, die auflistet, wo welche Gutschrift in der Steuererklärung angegeben werden muss. Die Erträge aus ausländischen Fondsanteilen müssen also, meist im Folgejahr des Fondsgeschäftsjahres, dem Fiskus gegenüber angegeben werden. Hier finden Sie Informationen zur Besteuerung von inländischen thesaurierenden Fonds.

 

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Verkauf des ausländischen thesaurierenden Fonds vor dem Thesaurierungs-Termin

Im Fall eines Verkaufs vor der Thesaurierung unterliegen mögliche Zwischengewinne der Abgeltungssteuer. Die Bank verrechnet gegebenenfalls die Beträge mit solchen aus einem bestehenden Verlusttopf.

 

 

Zweimalige Besteuerung vermeiden

Kritisch und zur Steuerfalle wird es, wenn der Inhaber der ausländischen Fondsanteile diese eines Tages verkaufen möchte. Bei Verkauf wird automatisch auf den gesamten Zugewinn seit dem Zeitpunkt des Erwerbs die Abgeltungssteuer erhoben. Da thesaurierende Fonds die Erträge sofort wieder anlegen, werden diese jetzt faktisch zweimal besteuert. Zum einen im Jahr der Wiederanlage durch die persönliche Steuererklärung und dann zum zweiten Mal bei Verkauf durch die Abführung der Abgeltungssteuer durch die verwahrende Bank bei Verkauf. Anleger haben allerdings die Möglichkeit, hier gegenzusteuern. Sie können sich die während der Haltedauer bereits gezahlten Steuern im Rahmen der Einkommenssteuererklärung des Folgejahres nach dem Verkauf wieder vom Finanzamt zurückholen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie den Nachweis der bereits gezahlten Steuern durch Vorlage der Steuererklärungen und Steuerbescheide der zurückliegenden Jahre erbringen. Die Beweislast liegt in diesem Fall beim Anleger.

 

Risiko Steuerstundung

Verzichtet der Anleger auf die jährliche Angabe der thesaurierten Erträge und geht davon aus, dass sie bei Verkauf sowieso besteuert werden, läuft er Gefahr, wegen verspätet gezahlter Steuern belangt zu werden. Grund ist, dass das Abführen der kumulierten Abgeltungssteuer bei Verkauf einen Steuerstundungseffekt bewirkt. Beträgt die Haltedauer zehn Jahre, wurden faktisch zehn Jahre lang für die erste Thesaurierung die Steuern gestundet. Bisher herrscht zu diesem Sachverhalt noch keine absolute Rechtssicherheit.

Eine Steuerstundung greift in der Regel nur auf der Grundlage des billigen Ermessens der Finanzbehörden, wenn ein Steuerpflichtiger seine Steuerschuld nicht begleichen kann und ein Härtefall vorliegt. Nicht versteuerte Erträge aus einer Kapitalanlage zählen nicht dazu. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, dass er einen Fondsanteil erwirbt, der nach deutschem Recht besteuert wird, achtet darauf, dass die ISIS-Nummer des Fonds mit DE beginnt.

Viele Anleger scheuen aber auch den Kauf ausländischer Anteile, wenn diese in Fremdwährung ausgegeben werden. Immerhin besteht hier ein Wechselkursrisiko. Zu zahlreichen US-Fonds, beispielsweise dem Templeton Growth Funds, wurden daher in der Vergangenheit Schwesterfonds in Euro nach deutschem Recht aufgelegt, welche den ursprünglichen Fonds eins zu eins spiegeln, aber kein Kursrisiko bergen. Mit diesen Alternativen bietet sich deutschen Anlegern die Möglichkeit, an der Entwicklung der erfolgreichsten Fonds zu partizipieren, ohne das Risiko eines Kursverfalls in der Fremdwährung einzugehen oder in die Steuerfalle zu tappen.

 

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