Das Agio möglichst vermeiden

Das Aufgeld ist oft BeutelschneidereiDer Begriff Agio, oder auch Aufgeld, findet bei Wertpapieren Anwendung. Dabei muss zwischen zwei Formen des Agios unterschieden werden. Zum einen wird es als Steuerungsinstrument bei der Ausgabe von Anleihen eingesetzt, zum anderen dient es als Ausgabeaufschlag bei dem Verkauf von Anteilen offener Investmentfonds.

Die Definition von Agio ist die Differenz zwischen Ausgabepreis und Nennbetrag. Das Agio wird dabei meist in Prozent angegeben und ist das Gegenstück zum Disagio. Gängig ist das Agio bei vielen gemanagten Fonds. Über das Internet ist es für viele Finanzprodukte möglich, einen Anbieter ohne Agio zu finden. Zumindest ist in vielen Fällen eine Reduktion des Aufgeldes möglich, allerdings nicht bei Aktien.

 

Ein Beispiel für ein Agio

Sie zeichnen bei einer Fondsgesellschaft einen Anteil an einem geschlossener Fonds in Höhe von 30.000 Euro zuzüglich 5% Agio. Damit kostet die Zeichnung 31.500 Euro.

 

Das Agio bei Anleihen

Bei einer Neuemission von Anleihen hat der Emittent die Möglichkeit, den Ausgabekurs festzulegen. Dieser muss nicht zwangsläufig dem Nominalwert entsprechen, sondern kann sowohl darüber als auch darunter liegen. Der Bundesregierung gelang es, mit kurz laufenden Anleihen Geld zu verdienen. Das Agio überstieg den Nominalzinssatz. Das Ergebnis war, dass die Einnahmen aus dem Agio trotz Schuldenaufnahme zu einer Entschuldung führten. Aufgrund der unsicheren Finanzmärkte ziehen viele, gerade institutionelle Anleger immer noch ein Investment in Bundesanleihen vor, auch wenn sie durch das Agio eine negative Rendite in Kauf nehmen müssen. Über das Agio bei Wagniskapital informiert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hier.

 

Vergleiche

 

zum Depot Vergleich

 

 

Der Ausgabeaufschlag beim Investmentfonds

Sparer, die bei einem herkömmlichen Vermittler oder einer Bank oder Sparkasse vor Ort Anteile eines offenen Investmentfonds erwerben, müssen dafür den sogenannten Ausgabeaufschlag, das Agio, entrichten. Dieses variiert je nach Fondsgesellschaft und Fondsgattung:

  • Geldmarktfonds sind in der Regel mit einem Agio zwischen 0,5 und 1 Prozent belegt,
  • bei Rentenfonds werden zwischen zwei und drei Prozent in Rechnung gestellt
  • und bei Aktienfonds beträgt das Agio zwischen vier und 6,5 Prozent

 

Das Agio fällt einmalig an, beeinträchtigt aber die Rendite nachhaltig. Immerhin muss bei einem Aktienfonds im ersten Jahr mindestens das Agio zuzüglich der Verwaltungskosten erwirtschaftet werden, damit Anleger keinen Verlust machen. Sinnvoller ist es daher, Anteile offener Investmentfonds über Direktbanken und Onlinebroker zu erwerben. Diese verzichten teilweise vollständig auf das Agio, räumen aber mindestens hohe Rabatte ein. Die Abbildung zeigt das Agio für einen Fonds bei der comdirect, die aber auch viele Fonds ohne Ausgabeaufschlag anbietet.

Agio bei Fonds

 

Gerade Sparer, die im Geldmarktbereich investiert sind, sollten sich gut überlegen, ob es tatsächlich Sinn macht, einen Geldmarktfondsanteil zu erwerben oder es nicht besser ist, ein kostenloses Tagesgeldkonto zu eröffnen. Im Vergleich nach Kosten schneidet das Tagesgeld häufig besser ab, da es komplett gebührenfrei geführt wird. Versicherungsgesellschaften versuchen, zur Auszahlung gekommene Verträge im Haus zu halten, in dem sie ihren Kunden empfehlen, die Ablaufleistung zunächst in Geldmarktfonds der assoziierten Fondsgesellschaft zu parken. Diese Lösung stellt sich aufgrund des Agios aber häufig nur als zweitbester Ansatz dar.

 

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