Deflation 2015 vermutlich kein Thema in Deutschland

Deflation, das Gegenteil von Inflation, bedeutet, dass die Preise für Konsumgüter, Rohstoffe und Dienstleistungen nicht ansteigen, sondern sinken.

Auf den ersten Blick müsste dies für die Verbraucher eigentlich eine annehmbare Vorstellung sein. Der Kaufkraftverlust wäre vermieden, es bliebe mehr im Portemonnaie und Spareinlagen würden nicht langfristig an Wert verlieren. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch die Ursachen einer Deflation vor Augen führen.

In Deutschland ist 2015 keine Deflation zu befürchten

Deflation Begriff: Periode der Preisverfalls für Produkte und Dienstleistungen, wobei die Bevölkerung und der freie Markt von zukünftig von weiteren Preisrückgängen ausgeht.

  • Indikator: negative Inflationsrate
  • Folgen: Kaufkraft nimmt zu, allgemeine Nachfrage nimmt ab, Sachwerte verlieren an Wert, Geldvermögen gewinnen an Wert

 

Deflation im Umkehrschluss Teil des magischen Vierecks

Deflation führt zu abnehmenden Preisen

Aufgabe der Bundesbank ist es nicht in erster Linie alte DM-Scheine entgegenzunehmen, sondern die Geldpolitik zu steuern. Dabei muss es ihr gelingen, die vier Komponenten des magischen Vierecks, Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, Inflation und Außenhandel so zu koordinieren, dass keines der Elemente aus dem Ruder läuft, soweit diese Aufgaben nicht bereits von der EZB ausgeführt werden. Wenn die Kontrolle der Inflation zu den Aufgaben gehört, fällt zwangsläufig auch ein Entgegenwirken bei deflatorischen Tendenzen in die Tätigkeiten des Zentralbankrates. Warum sollte aber einem Anstieg der Kaufkraft, darum handelt es sich ja augenscheinlich, entgegengewirkt werden?

Inflation und Deflation haben beide ihre Ursachen in den restlichen drei Pfeilern des magischen Vierecks. Das bedeutet, dass jeder Einzelne sich auf die drei anderen auswirkt. Die Ursache für eine Deflation liegt in einem Rückgang des Wirtschaftswachstums bis hin zu Rezession.

Eine Rezession geht in der Regel mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einher. Eine hohe Arbeitslosigkeit bedingt einen Rückgang des den Privathaushalten zur Verfügung stehenden Barvermögens. Damit ist automatisch ein Konsumrückgang verbunden. Um weiterhin Produkte absetzen zu können, muss der Handel die Preise senken. Ein Rückgang des Konsums bedeutet wiederum einen Rückgang der Produktionsquote, das Wirtschaftswachstum sinkt weiter. Ist die Währung darüber hinaus im Vergleich zu anderen Währungen relativ stabil und teuer, beeinträchtigt dieser Sachverhalt wiederum den Export negativ. In der volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung ist eine Deflation daher alles andere als wünschenswert: Es handelt sich um eine Abwärtsspirale sondergleichen.

 

Globale Konsequenzen aus einer binnenstaatlichen Deflation

Japan ist ein wunderbares Beispiel, um die Auswirkungen des Gegensteuerns einer Deflation zu beschreiben. Im Zeitraum zwischen 2003 bis 2013 (geschätzt) war der Kaufkraftverlust in Japan sieben Jahre lang negativ. Der Export ist eingebrochen, die Währung war vergleichsweise zu teuer. Dem will Japan nun durch eine künstlich angetriebene Inflation entgegensteuern. Als Instrument dafür dient die Geldpresse. Durch einen ansteigenden Bargeldumlauf sollen die Preise wieder nach oben getrieben werden. Dies führt automatisch zu einer Schwächung des Yen gegenüber anderen Währungen. Durch diesen Schritt erhofft sich Japan eine Stärkung seines Außenhandels.

Die Krux an diesem Vorgehen ist jedoch, dass damit andere Exportnationen deutlich ungünstigere Ausgangspunkte vorfinden. Dem jetzt durch eigene Währungsabschwächungen entgegen zu wirken, würde weltweit in einen Abwärtsstrudel führen, in dem ein Land nach dem anderen versucht, durch künstliche Inflationen und Abwertungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Halten wir uns noch einmal das Viereck vor Augen, in dem sich unsere Währungshüter bewegen. Die Balance zu finden, den angekündigten japanischen Devisenkrieg ohne die gleichen Mittel einzusetzen, wird ein schwieriger Akt.

 

Eurozone ebenfalls betroffen

Bei der Betrachtung der Aktivitäten der Bundesbank darf allerdings nicht vergessen werden, dass Deutschland keine geldpolitische Insel ist. Die Vorgehensweisen müssen mit denen der Europäischen Zentralbank harmonisiert werden. Der Zentralbankrat um Mario Draghi steht noch vor viel gewaltigeren Aufgaben, gilt es doch, die Rezession in Spanien umzukehren, und andere schwächelnde Mitgliedsstaaten vor einer Rezession zu bewahren.

Die unterschiedlichen Inflationsraten (hier gibt es Infos zur Euro Inflation) der einzelnen Mitgliedsstaaten, und hier wäre Griechenland mit 0,4 Prozent in 2012 ja der Musterknabe, müssten im Grund mit unterschiedlichen Methoden bekämpft werden. Das Beispiel Griechenland macht deutlich, wie sehr eine rückläufige Inflation, die kurz vor einem Übergang zur Deflation steht, die marode Volkswirtschaft reflektiert.

 

News

18.12.2014 Der Bundesbankpräsident stuft das Deflationsrisiko für Deutschland und auch für die Eurozone als gering ein: Er erklärte bei einem Vortrag im Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten „Eine für einige Monate unter null liegende Inflationsrate stellt für mich aber noch keine Deflation dar“. Die Ursache für die niedrigen Inflationsraten sieht Weidmann wesentlich in dem Verfall der Energiepreise:   „Die niedrige Inflation ist aber maßgeblich auf Anpassungsprozesse in den Krisenländern und auf die stark gesunkenen Energiepreise zurückzuführen“.

 

. Selbst wenn die Inflationsraten einige Monate negativ werden sollte, ist das eher ei

28.03.2014 Deflationäre Tendenzen in Spanien. Wie das Spanische Statistikamt (Instituto Nacional de Estadistica in seiner Pressemitteilung) berichtet, fiel der HVPI auf -0,1%. Im Februar warten es noch 0,1% und im Januar 0,3% gewesen. Allerdings stand der HVPI bereits im November 2013 bei ebenfalls -0,1%. Spanien bewegt sich damit am Rand einer Deflation.

 

Ähnliche Themen

Target-2 Salden

Hyperinflation