Chinas Wachstum wirkt auf deutsche Inflationsrate

Wie das Wachstum in China auf die deutsche Inflationsrate einwirkt

Auf den ersten Blick mag es für viele Verbraucher unerklärlich sein, dass China die Inflation in der Bundesrepublik beeinflusst. Die Aktivitäten des Reichs der Mitte als einer der größten Wirtschaftsmärkte der Welt haben aber globale Auswirkungen. Als bestes Beispiel sei der Rohstoffsektor angeführt.

 

Konjunktur in China hat weltweit Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte

Industrie

Als die chinesische Wirtschaft mit ihrem gigantischen Boom begann, benötigte sie mehr Rohstoffe, als sie selbst fördern konnte. Es begann die Zeit, dass China auf den Weltmärkten seine Einkaufstour startete. Mit dem Bestreben, die führende Wirtschaftsmacht der Welt zu werden, spielte Geld keine Rolle. Damit wurde der Preisanstieg für Rohöl und Gas natürlich begünstigt. Darüber hinaus ist Venezuela einer der wichtigsten Rohöllieferanten für China. Das für die Asiaten zur Verfügung gestellte Kontingent schmälerte die Vorkommen für den restlichen Weltmarkt und führte zu einem weiteren Preisanstieg. Dies gilt auch für den Rohstoff Holz. Nun hat aber auch das chinesische Wachstum eine Verlangsamung erfahren. Der Bedarf an Öl und Gas ist rückläufig, Energie kann wieder verstärkt aus den eigenen Vorkommen gedeckt werden. Dieser Umstand führt an den internationalen Rohstoffbörsen zu einer gewissen Entspannung, die sich letztendlich auch wieder bei deutschen Verbrauchern niederschlägt. Immerhin gelten Öl, Benzin und Gas zu den großen Positionen in den Budgets bundesrepublikanischer Haushalte.

 

Chinesischer Binnenkonsum steigt

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft in den letzten zehn Jahren hatte auch zur Folge, dass die Industrie jetzt auch verstärkt für den heimischen Markt produziert. Die Parteiführung möchte den Anteil des Binnenkonsum am Wachstum deutlich erhöhen. Die Folge ist, dass die Importe rückläufig sind, das heißt das Nachfragevolumen sinkt weltweit und damit auch der Preis für ein Gut. Sofern es sich bei diesen Gütern um Bestandteile des repräsentativen Warenkorbes des Statistischen Bundesamtes handelt, der zur Inflationsmessung dient, wirkt sich dies natürlich auch auf den hiesigen Kaufkraftverlust aus.

Der vom chinesischen Einkaufs- und Logistikverband CFLP herausgegebene Einkaufsmanagerindex ist ein wichtiger Faktor, die Produktivität der chinesischen Wirtschaft misst. Er fiel im Februar 2013 auf 50,1 Zähler nach 50,6 Punkten im Dezember 2012 und 50,4 Punkten im Januar. Dennoch ist China weiter auf Expansionskurs, ein Stand von über 50 Punkten seit Oktober bedeutet Wachstum. Die Ursache für den Rückgang im Februar führen chinesische Offizielle auf das eine Woche dauernde Neujahrsfest, welches zwangsläufig zu Einbußen im verarbeitenden Gewerbe führt. Der Zusammenhang zwischen dem chinesischen Wachstum und der Inflationsrate in der EU und in Deutschland ist also nicht ein abstraktes Konstrukt der Statistiker, sondern anhand von schlichten Zusammenhängen in einer globalen Wirtschaft zu sehen.