Bleibt die DAB eigenständig – oder gewinnt Cortal Consors?

Fusion von Cortal Consors und DABFusion oder eigenständig, dass ist die Frage, die sich nach dem Verkauf der DAB Bank an die BNP Paribas stellt. Wird die BNP Tochter Cortal Consors mit der DAB verschmolzen, wenn ja unter welchem Namen oder bleiben beide Banken selbstständig. Cortal takes it all? Eine Situationsanalyse.

 

Die DAB Bank wurde im Herbst 2016 in die Consorsbank integriert

 

 

Seit Monaten geht das Gerücht um, die Hypovereinsbank bzw. deren Eigner die Unicredit wollen sich von ihrer Onlinetochter, der DAB Bank trennen. Nun ist es soweit, die DAB wird laut Pressemitteilung der Unicredit vom 31.07.2012 von der BNP Paribas übernommen.

 

Pfeil rot Achtung Cortal Consors firmiert inzwischen unter >>> Consorsbank!

 

Vorbehaltlich der Zustimmung der BaFin als Finanzdienstaufsichtsbehörde, des Deutschen Kartellamtes und der EU Wettbewerbsbehörde, sowie der Zustimmung des Aufsichtsrates der Unicredit zahlt die BNP Paribas für die Übernahme der DAB den Anteilseignern Unicredit für 81,39% der Anteile 4,78 Euro pro Aktie. Damit ist die DAB mit 435 Millionen Euro wert. BNP Paribas erklärt dazu folgendes:

„Diese Übernahme bedeutet für BNP Paribas einen großen Schritt beim Ausbau ihres europäischen Digital-Banking- und Brokerage-Geschäfts. Die Gruppe kann so die Anzahl ihrer deutschen Kunden in diesem Segment auf rund 1,4 Millionen nahezu verdoppeln. Das verwaltete Vermögen liegt bei etwa 58 Milliarden Euro. Die kombinierte Anzahl der Wertpapiertransaktionen belief sich im ersten Halbjahr 2014 auf annähernd 6 Millionen.“

 

Was wird aus Hello Bank! Cortal Consors und DAB?

Damit hat der BNP Paribas Konzern nun 3 Onlinebanken, wobei die Hello Bank! erst im 2013 gegründet wurde und bisher kaum als Brand wahrgenommen worden ist und von den 3 Marken sicherlich das geringste Potenzial hat. Laut Kai Friedrichs, CEO von Cortal Consors werden die Kunden von Cortal und der DAB „von der gemeinsamen Erfahrung und Marktkenntnis profitieren“. Die Frage ist nur wie. Bisher hat BNP Paribas noch keine Erklärung über die Strategie mit den Onlinetöchtern bekannt gegeben.

Aus Sicht der Redaktion ist es wahrscheinlicher, das alle drei Marken zu nur einem Brand verschmolzen werden und dann vermutlich gemeinsam unter Cortal Consors firmieren werden. Ein Nebeneinander von Cortal und DAB wäre aus ökonomischer- wie auch aus strategischer Sicht ineffizient. In der Tabelle 1 sind einige Daten der 3 Onlinebanken zusammengestellt.

 

Tab. 1: Kennziffern von Cortal, DAB und Hello Bank!

Marke Anzahl Kunden Mitarbeiter* Einlagen Wertpapierbestand
Cortal Consors 790.000 800 ? ?
Hello Bank! ? ? ? ?
DAB 634.000** 552 5 Mrd. 30 Mrd.

*Mitarbeiter = Vollzeitstellen
** davon 64.000 Kunden bei der DAB Österreich. Quelle: DAB Geschäftsbericht, Cortal Consors

 

 

Bleibt Cortal Consors als Brand und zunächst als der Gewinner übrig?

Die von der BNP Paribas beabsichtigte Stärkung des Digital-Banking- und Brokerage-Geschäfts in Deutschland, besonders im Hinblick auf die deutlich besser positionierten Onlinebanken comdirect und ING DiBa dürfte eher mit einem einheitlichen Brand gelingen als mit 2 oder 3 Marken. Darüber hinaus würde eine Fusion der 3 Marken deutliche Synergien durch Kosteneinsparungen im Personalbereich (die Führungsebene ist hier eingeschlossen), im steuerlichen Bereich und bei den Marketingausgaben bewirken. Hinzu sind durch eine Fusion deutliche Synergien im IT-Sektor möglich. Das webbasierte Bankangebot trägt gegenwärtig durch Onlinebanking, Umsetzung von relevanten EU-Verordnungen, Datenschutzvorschriften etc. wesentlich als Kostenfaktor in der Bilanz bei.

Wir sind daher der Meinung, dass sich die BNP Paribas mittelfristig für nur eine Onlinebank, die dann Cortal Consors heißen dürfte, entscheiden wird. Die Integration einer Bank geht, neben einem Personalabbau besonders zu Lasten der IT, die wie das Beispiel der Integration der ehemaligen Dresdner Bank in die Commerzbank zeigt. Hier dürfte bei einer Konzentration auf nur noch eine Marke erhebliche Arbeit auf alle Beteiligten zukommen.

 

Und die Auswirkungen auf das Tagesgeld-Angabot

Während sich bei einer Fusion der 3 Marken für das Depot und Girokonto Angebot kaum etwas ändern dürfte, fällt beim Tagesgeld einfach ein Wettbewerber weg. Das kann – muß sich aber nicht unbedingt auf den Tagesgeldzinssatz auswirken. Allerding belebt bekanntlich der Wettbewerb das Geschäft (in diesem Fall die Zinssätze) und bei einer zunehmenden Konsolidierung in der Branche könnte sich das irgendwann durchaus zu Lasten der Kunden auswirken.

 

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