Banken in Luxembourg mit breiterem Geschäftsmodell als Zypern & Co

Bank Einlagen in Luxemburg

Zypern, Luxemburg und Malta haben eines gemeinsam: Der Finanzsektor dominiert die jeweiligen Volkswirtschaften. Während in Zypern die Bilanzsumme der Banken das 7,2fache der zyprischen Wirtschaftsleistung. In Malta beträgt dieser Faktor das 7,6fache. Luxemburg weist sogar einen Faktor von 22 aus. Zypern und Malta mit Luxemburg zu vergleichen, wäre jedoch falsch. Die Strukturen der Bankensektoren und auch der Kundschaft sind zu verschieden.

Zyperns Schicksal hing von den Einlagen seiner Großkunden ab, die wiederum als Kredite an Griechenland ausgeliehen wurden. Der Schuldenschnitt Griechenlands führte zu der Schieflage der zyprischen Banken. Der luxemburgische Finanzsektor ist deutlich diversifizierter: Die Bank Einlagen spielen in Luxemburg eine untergeordnete Rolle.

 

Sitz international tätiger Kapitalanlagegesellschaften

Bank ist nicht gleich Bank. Wesentlichen Anteil am Finanzplatz Luxemburg haben Investmentgesellschaften mit rund einem Drittel des Geschäftsvolumens. Von Luxembourg aus wurden über 3800 Fonds in 70 Ländern mit einem Volumen von 2,4 Billionen Euro vertrieben. Bleibt man bei dem Oberbegriff Banken, so sind aktuell 141 Institute aus 26 Ländern in dem Großherzogtum vertreten. Personell stellen die französischen Geldhäuser an Mitarbeitern die größte Anzahl. Alleine 4.000 Menschen der insgesamt in der Finanzindustrie tätigen 27.000 Arbeitnehmer arbeiten für die BNP-Paribas (Mutterbank von Cortal Consors).

Die meisten Institute sind Töchter deutscher Banken (Beispiele Deutsche Bank mit DB-Vertretung, Commerzbank mit Coba Luxembourg), insgesamt 37 an der Zahl, gefolgt von französischen Unternehmen, die mit 14 Instituten vertreten sind. Natürlich ist das Geschäft mit den Privatkunden ein Pfeiler der Luxemburger Banken, aber bei Weitem nicht der Einzige, wie die Fondsbranche beweist. Im Gegenteil, mit Einführung der Besteuerung der Zinserträge ist dieser Geschäftszweig sogar leicht rückläufig. Auf der anderen Seite ist Luxemburg aber nicht nur Bankplatz für vermögende Privatkunden aus wenigen Ländern, wie es in Zypern der Fall war, sondern es werden dort Anleger aus der ganzen Welt betreut.

 

Luxemburger Banken in Zahlen

Zunächst einmal muss herausgestellt werden, dass die kumulierten Bilanzsummen der Luxemburger Geldhäuser von 930 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 757 Milliarden Euro geschrumpft sind. Grund dafür sind zum einen einige Fusionen und Übernahmen innerhalb des Bankensektors. Zum anderen haben nicht mehr alle der kleineren Institute die gesetzlichen Regelungen für die Fortführung des Bankgeschäftes im Rahmen der zunehmenden Regulierungen erfüllt und sich vom Markt zurückgezogen. Im Gegensatz zu Zypern ist der Solvabilitätskoeffizient deutlich besser. Dieser spiegelt das Verhältnis von Eigenmitteln zu Risikokrediten wider. Lag er in Zypern nur bei sieben Prozent, so stieg er in Luxemburg von 14,3 auf 17 Prozent.

Der Luxemburger Finanzmarkt ist völlig anders strukturiert, als es in Zypern der Fall ist. Diversifikation der Geschäftsfelder, ein internationaleres Publikum und solidere Mutterhäuser zeigen Luxemburg, als ein solideres Konstrukt als es die Finanzbranche der Mittelmeerinsel ist. Und eben mit einer an der Bilanzsumme gemessenen, geringeren Bedeutung Einlagen in Luxemburg.