Der Baltic Dry Index (BDI) ist ein Transport-Preisindex in der internationalen Schifffahrt

Der Baltic Dry Index als weltweiter Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung:Zur Definition des Begriffs Baltic Dry Index: weltweiter Preisindex für Trockengut-Frachtraten auf den zentralen Schiffsrouten.
Es ist allgemein bekannt, dass eine Ware zunächst produziert werden muss, ehe sie verkauft werden kann. Das hat zur Folge, dass die entsprechenden Rohstoffe zum Produktionsort transportiert werden müssen. Genau hier kommt der Baltic Dry Index (BDI) ins Spiel, der als Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft gilt.

Denn dieser Index misst die Anzahl der Schiffsladungen, welche auf den 26 wichtigsten internationalen Frachtrouten transportiert werden. Dabei geht es um die Verschiffung der sogenannten trockenen Güter, die bereits zu Beginn des Produktionsprozesses benötigt werden. Somit finden sich beispielsweise Eisenerz, Kies, Kunststoffgranulat, Getreide und vor allen Dingen auch Kohle in dem Index wieder.

 

Die Entwicklung & Geschichte des Baltic Dry Index

Der Index wird bereits seit dem Jahr 1985 von der, in London gegründeten, Baltic Exchange veröffentlicht. Dabei wurde der BDI in den ersten Jahren noch als Baltic Freight Index (BFI) geführt, bevor im Jahr 1999 der Index unter dem heute bekannten Namen Baltic Dry Index geführt wurde.

Der wichtige Index wird an jedem Börsentag um 14.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit bekannt gegeben und kann bei Bloomberg abgerufen werden, die Abbildung 1 zeigt den Verlauf der letzten Jahre.

 

Entwicklung des BDI von 2009 -2014

Abb. 1: Entwic klung des Baltic Dry Index 2009 – 2014. Quelle: Bloomberg BDI

 

Nachdem der Index im Jahr 1985 mit einem Basiswert von 1000 Punkten eingeführt worden ist, lag der niedrigste Stand in der Geschichte des Index im Jahre 2012 bei 647 Punkten, während der bisherige Höchststand am 20. Mai 2008 bei 11.793 Punkten lag.

 

Der Baltic Dry Index gilt als wirtschaftlicher Frühindikator

Bei dem Baltic Dry Index geht es wie bereits erwähnt um die verschifften Mengen an trockenen Rohstoffen, die benötigt werden, um mit der Produktion von Waren starten zu können. Aus diesem Grund wird der BDI auch als ein verlässlicher Frühindikator für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Denn werden insgesamt viele Rohstoffe transportiert und somit auch auf den Weg in die Produktionen gebracht, dann kann davon ausgegangen werden, dass zukünftig sehr viele Endprodukte auf die Märkte gebracht werden.

 

Die Untergliederung des Baltic Dry Index

Bei diesem Index besteht eine Problematik darin, dass die Aussagen, welche mithilfe des BDI vorgenommen werden können sehr allgemein gehalten sind. Denn alleine aufgrund des Baltic Dry Index lassen sich zwar Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft vornehmen. Allerdings können keine Vorhersagen für bestimmte Regionen auf der Welt vorgenommen werden. Aber gerade eine lokalere Vorhersage ist für die Wirtschaft besonders wichtig, damit frühzeitig reagiert werden kann. Aus diesem Grund wurden weitere Unterteilungen bei dem Index vorgenommen, welche es ermöglichen auch für bestimmte Regionen vorhersagen zu treffen.

Die vier Sub-Indizes des BDI

So gibt es mittlerweile vier Untergruppen, welche in ihrer Gesamtheit den Baltic Dry Index ergeben.

  • Baltic Capesize Index (BCI)
  • Baltic Supramax Index (BSI)
  • Baltic Handysize Index (BHSI)
  • Baltic Panamax Index (BPI)

 

Bei diesen vier Untergruppen handelt es sich um den Baltic Capesize Index (BCI), den Baltic Supramax Index (BSI), den Baltic Handysize Index (BHSI) und den Baltic Panamax Index (BPI). Jede dieser Untergruppen steht dabei für einen bestimmten Schiffstyp. Dabei handelt es sich zum Beispiel bei dem BCI Index um Schiffsrouten, die nur von großen Frachtern mit einer Ladekapazität von über 100.000 Tonnen genutzt werden.

Auch in diesen vier Untergruppen gibt es dann weitere Unterteilungen, in denen auf die jeweiligen Routen eingegangen wird. Denn erst dadurch ist es möglich, auch konkretere Aussagen zu der wahrscheinlichen Entwicklung in einzelnen Regionen, vornehmen zu können. Die Gewichtung der einzelnen Routen wird dabei in festgelegten Abständen von der verantwortlichen Baltic Exchange überprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst.

 

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