Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen weiter rückläufig

Entgegen der Erwartung der Europäischen Zentralbank, durch die massiv niedrigen Zinsen eine konjunkturelle Erholung zu erreichen, ist die Kreditvergabe Anfang 2013 weiter rückläufig. Sowohl der Konsum als auch die Investitionsfinanzierungen konnten nicht entsprechend angekurbelt werden. Dies liegt sowohl an der schwachen Nachfrage seitens der Privathaushalte und der Unternehmen als auch an der teilweise restriktiveren Vergabepolitik der Kreditinstitute. Zu hoch sind dort die Befürchtungen vor Kreditausfällen.

 

Schrumpfung der Kreditnachfrage stärker als von Experten erwartet

Abnehmende Kreditnachfrage in der EU

März 2013: Der Rückgang, der von Banken an Privathaushalte und Unternehmen ausgereichter Kredite lag mit 0,8 Prozent um 0,3 Prozentpunkte über dem von Experten erwarteten Rückgang.

Lediglich das Wachstum der Geldmenge M3 erreichte mit 3,8 Prozent Anstieg den von den Analysten erwarteten Wert.

Die geringe Vergabe von Krediten kann im Umkehrschluss einer der Gründe sein, weshalb es den Banken möglich war, höhere Volumina der von der EZB zur Verfügung gestellten Gelder als geplant an die Europäische Zentralbank zurückzuzahlen.

 

 

Kredit Vergleich

 

 

Die Geldmenge M3 umfasst neben dem Bargeld, Sichteinlagen, Guthaben auf Girokonten, Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von zwei Jahren auch kurzfristige Geldmarktpapiere. Steigt diese Geldmenge zu stark an, besteht die Gefahr einer Inflation, die in der Eurozone allerdings zurzeit noch rückläufig ist. Am Zinssatz für die Refinanzierung der Banken wird sich zunächst nichts ändern, da Mario Draghi Präsident der Europäischen Zentralbank bekannt gegeben hat, dass es hier keine Zinsänderung geben wird. Damit werden Darlehen und Bauzinsen nach wie vor auf dem bisher preiswerten Niveau verbleiben. Für Anleger bleibt die Suche nach rentierlichen Einlagen weiterhin eine Sisyphusarbeit.